Saturday, November 12, 2011

Wenn die Stunde naht...

Guten Morgen meine Lieben,
vorgestern hatte ich ein interessantes Gespräch mit meinem Mann, was mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Daher trage ich das Thema mal an euch weiter - euer Standpunkt würde mich wirklich extremst interessieren.

Wie ihr wisst, war ja am Dienstag unsere Katze verschwunden und wurde erst am Donnerstag durch Zufall entdeckt (ich bin immer noch so erleichtert und glücklich). Abends lag sie auf der Couch und ließ sich von mir erstmal so richtig verwöhnen (streicheln hier, streicheln da .. ihr wisst schon).
Mein Mann saß dabei im Sessel und schaute auch ganz versonnen drein (er hat nicht viel gesagt, aber ich habe ihm angemerkt, dass er auch überglücklich war).

Da meinte ich zu ihm: "Ich bin so froh, dass ihr doch nichts passiert ist. Das hat mich die letzten Tage schon total mitgenommen."

Er: "Ja, aber eines Tages wird es trotzdem soweit sein."

Ich: "Natürlich, aber dann bin ich hoffentlich wenigstens dabei und begleite sie auf diesem Weg."

Er: "Das wäre für mich schwerer. Für mich wäre es wirklich am Besten, wenn sie einfach nicht heim käme."

Ich: "Echt? Mich hat das total zerfressen, nicht zu wissen, was aus ihr geworden ist."

So, dieses Gespräch hat mich nun zum Nachdenken gebracht. Ich persönlich bin nunmal überzeugt davon, dass ein Tier, welches jahrelang mein treuer Begleiter war, es verdient hat, wenn ich in seinen letzten Stunden bei ihm bin. 
Ihm sanft über den Kopf streichele und ihm versichere, dass alles gut wird und er (oder sie, in diesem Fall) bald keine Schmerzen mehr hat. Keine Angst haben muss. Ist man dem Tier das nicht einfach irgendwie schuldig? 
Ich möchte nicht, dass jemand, den ich liebe, die letzten Stunden allein verbringen muss. Allein mit Angst, Schmerz ... zumindest dann, wenn ich es verhindern kann.
Ist klar, dass ich wahrscheinlich nicht dabei bin, falls sie mal vor ein Auto läuft oder wenn sie vielleicht des nachts friedlich einschläft.
Wenn ich aber weiß, dass der letzte Gang zum Tierarzt bevorsteht, dann werde ich mitgehen. 

Genauso war es damals bei Nicky, unserem ersten Hund. Ihr ging es schlecht und wir durften sie nicht quälen - daher entschieden wir uns für die Spritze. Ich hielt die ganze Zeit über ihren Kopf und war bei ihr. Und ja, es war hart. Es war verdammt hart und richtig schlimm - ihr Köpfchen wurde schwerer und schwerer und dann ... Ich weiß noch, dass ich heulend aus der Praxis gerannt bin.
Aber nichts anderes hatte dieses treue Tier verdient.

Auch würde mich der Gedanke zerfressen, wie es wohl passiert ist - ging es schnell, weil sie von einem Auto erfasst wurde und gleich gestorben ist? Oder musste sie sich quälen, weil sie langsam vergiftet wurde und hat stundenlang Angst, Schmerzen und Verzweiflung durchstehen müssen?
Diese Gedanken haben mich schon in den zwei Tagen, in denen Simba nicht da war, total zerfressen und angeschlagen.
Auch wenn es schwer ist - mein Wunsch ist es, dass sie entweder über Nacht friedlich bei uns auf dem Sofa oder sonst einer ihrer Lieblingsecken einschläft oder sanft vom Tierarzt erlöst wird, während ich bei ihr bin.

Für meinen Mann wäre das aber nichts. Wie gesagt, er käme leichter damit klar, wenn sie einfach verschwunden bleiben würde.
So unterschiedlich kann das sein. Ich verurteile ihn natürlich nicht - jeder Mensch geht mit diesem sensiblen Thema anders um. Und planen lässt sich sowas schließlich auch nicht.

Dennoch war es Etwas, was mich sehr zum Nachdenken angeregt hat.

Und, wie sieht es nun bei euch aus?

11 comments:

  1. Schwieriges Thema - ich sehe es sowie Du. Ein Tier ist nach all den Jahre ein Familienmitglied und ganz klar, ich würde in den letzten Stunden auch bei ihm sein wollen.

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  2. Das ist wirklich ein schwieriges Thema, Aber ich möchte auch dabei sein, wenn sie den letzten Gang gehen muss.
    Bei meinem Cleo war ich da (er wurde 21 Jahre alt) und Felix kam einfach nicht wieder. Da denke ich heute, nach mehr als 10 Jahren immer noch dran, wie er wohl umgekommen ist, wenn ich ein Tigerle sehe.
    Liebe Wochenendgrüße schickt
    Irmi

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  3. hmmm. ich denke männer sind nicht so emotional, oder geben es zumindest nicht zu. ich würde mit sicherheit genauso denken wie du! gglg

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  4. ich hab ja gerade erst zwei kleine Tierchen begleitet, bis sie nicht mehr da waren. Und das war schon wirklich schwer. Ich hatte die ganzen drei Tage wirklich Angst nach Hause zu kommen und sie zu finden und ich wäre nicht da gewesen. So sind sie beide nachts gestorben, aber ich war dabei, konnte mit beiden noch ein bisschen spielen und sie streicheln. Das war schon schwer, aber nicht zu wissen was passiert ist, wäre für mich auch schlimmer, da hätte ich mir noch mehr sorgen gemacht.

    Aber ich freu mich wirklich, dass eure Katze wieder da ist ^^

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  5. Ich fände es auch viel schlimmer wenn ich nicht wüsste was mit meinem Tier passiert ist und es einfach nicht mehr auftauchen würde.
    Schön das deine Katze wieder da ist.

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  6. ich denke mir, dass wir frauen da doch anders sind als männer. Wir sind die sozialeren wesen. Ich kann nur von meinem Mann sprechen, der auch emotional zurückhaltend ist.
    Denk nicht soviel darüber nach. Es ist wie es ist. Nimm es einfach an. Du kannst es eh nicht ändern. Es ist gut wie es ist. Immerhin hat dir dein Mann eh alles gesagt (was ganz toll ist!). Mehr ist da nicht (keine verzwickten Hintergedanken..).Männer sind so.

    Ganz liebe Grüße
    Martina

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  7. Ob er das nicht nur sagt, weil es nicht aktuell ist? Als unser Timmi in ein Auto lief, hat mein Mann ihn in eine Decke gewickelt, ist völlig ausser sich zum Tierarzt und als sie sagte, man kann nichts mehr tun wäre er am liebsten noch in eine Tierklinik. Als Timmi dann von einer Sekunde auf die Andere eingeschlafen ist, war er so fertig, dass er nicht mit dem Auto heimfahren konnte.
    Und dieser mein Mann würde das anderen Männern (leider) nicht so erzählen, und sagt auch wenn die Katze nicht heimkommt: "Katzen gibt es wie Sand am Meer!" Und wenn die Ehefrau (also ich) dann weiterfrägt, dann kann er zugeben, dass es ihm gar nicht gut damit geht.
    Das hatten wir erst letzte Woche und was sagt die Zwölfjährige? "Männer halt und der Papa ist auch ein Mann!"
    Es ist traurig wenn Tiere gehen, und ich weiss, dass es sogar bei unserem Meerschweinchen weh tat. Und .... einer unserer Hasen ist im Frühjahr ausgerissen, so oft fragen wir uns wie es ihm geht. Da sagt der Nachbar auch, dass wir spinnen ...
    Schön, dass Euer Felltiger wieder da ist
    Schöne Woche wünscht Elisabeth

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  8. Bin jetzt auch Leser bei dir, würde mich über gegen verfolgung freuen
    http://my-product-tests.blogspot.com/

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  9. Hatte auch 2 Miezis. Eine ist mir letztes Jahr gestorben. Wie aus dem nichts, um 2 in der Früh, ist sie Miauend in unser Schlafzimmer "gekrochen", konnte die Hinterbeine nicht mehr bewegen. Ist man zu ihr, hat sie nur geknurrt und noch mehr kläglich miaut. Sind dann sofort in die Tierklinik gefahren. Diagnose: Wahrscheinlich Thrombose, da die Hinterbeine bereits eiskalt waren und sie auch kein Gefühl mehr hatte. Die Ärztin meinte dann nur, das wir sie da lassen sollten, sie gibt ihr schmerzmittel uns wenns ihr nicht besser ginge, ruft sie uns an...zum einschläfern.

    Ich hatte so angst, sie war doch erst 7 Jahre. Ich konnte nicht schlafen und hatte tatal die muffe vor dem Anruf. Ja, ..leider, dann um halb 8 kam der anruf. Wir sollten kommen.

    Wir war in einem Käfig drinne, in unser Höhe, das sie uns gut sieht. Sie ist sofort zu mir gekrochen und ich hab die Türe aufgemacht. Die Ärztin hat ihr dann das Schlafmittel verabreicht und die kleine Maus ist quasi in meinen Armen gestorben. Sie hat sich ganz tief in meiner Armbeuge gekuschelt und ist friedlich eingeschlafen.

    Hab mir dann 2 Monat später eine Babykatze geholt, damit mein Kater, der ebenfalls 7 war nicht alleine ist.

    Aber während ich diese Zeilen schreibe, rinnen mir die Tränen runter, da ich sie noch immer so sehr vermisse...

    Nach 1,5 Jahren, ist es noch immer schwer...

    Aber ich würde es sofort wieder tun. Und auch mein Freund, musste damals weinen. Wenns um sowas geht, ist er auch ziemlich emotional. Aber es kommt halt immer auf den Menschen drauf an. Viele reden, das ihnen das nichts ausmacht, bzw. das sie sich einreden, das sie nicht weinen dürfen. Vielleicht hat deswegen dein Mann das zu dir gesagt, ...weil er nicht wollt, das du ihn mal weinen siehst sollte es zu so einer Situation kommen :) Nimms ihm nicht übel.

    lg little lion

    ps.: ich verfolg dich jetzt :-)

    http://sweetlittlelion.blogspot.com/

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  10. super süßer Blog *-*
    ich bin sooofort Leser geworden! <3
    schau doch mal bei mir vorbei (:
    lg - http://life-is-over-you.blogspot.com/

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  11. Wir haben auch zwei katzen und eine war letztes jahr für einen tag lang verschwunden (abgehauene wohnungskatze). Das war auch echt schlimm und ich bin selbst auch eher der typ der lieber klarheit hat, anstatt im unwissen gelassen zu sein.
    meien "dicke alte" katze habe ich jetzt schon satte 13 jahre. sie ist sowas wie ein familienmitglied und wenn es ihr mal schlecht ginge würde ich - wie bei einem menschlichen familienmitglied - sie in der schweren zeit begleiten wollen. egal wie schwer das dann wäre. aber ich finde, wenn man verantwortung für ein haustier trägt, dann sollte man auch immer dazu stehen.

    gut , wenn sie verschwinden würde hätte ich vielleicht immernoch die positive hoffnung ihr ginge es gut aber die ungewissheit ansich würde mir dennoch keine ruhe lassen :)

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