Thursday, October 20, 2011

Heimarbeit als Texterin

Hallo meine Lieben,
gerade habe ich ein wenig Zeit - deshalb möchte ich auf eine interessante Frage von Lilly eingehen, welche sie vor einiger Zeit unter meinen Eintrag "Vollzeit-Heimarbeit" gestellt hatte.

Dies hier hatte sie geschrieben:
Kann man voll nach voll ziehen. Das mit Deinem Job interessiert mich. Magst Du was davon erzählen? Wie kommt man an solche Aufträge und was genau schreibst Du da? 

Tja, wo genau soll man da anfangen? Vielleicht einfach mal mit der Ausgangsituation:
2008 erblickte meine Tochter das Licht der Welt und es war klar, dass ich bis zu ihrem Eintritt in den Kindergarten zu Hause bleiben und mich um sie kümmern würde.
Natürlich ist solch eine Entscheidung auch immer mit finanziellen Einbußen verbunden - andererseits sind die ersten 3 Jahre sehr wichtig, sowohl für das Kind, als auch für die Eltern. Ich wollte von dieser Zeit nicht viel verpassen - und da wir auch mit nur einem Gehalt noch nicht am Hungertuch nagen müssen, konnte ich mir diesen Luxus leisten.
Dann kam der Tag des Kindergarteneintritts näher und ich habe mich damit befasst, was ich ab diesem Zeitpunkt tun könne, um endlich auch wieder Geld in die Haushaltskasse zu bringen.

Die Rückkehr in meinen erlernten Beruf erschein unwahrscheinlich, da wir hier auf dem Dorf wohnen und jede Arbeitsstelle als Industriekauffrau mehr oder weniger mit der Anschaffung eines zweiten Autos einhergegangen wäre. In diesem Fall wäre ich wohl nur für dieses Auto arbeiten gegangen, denn der Kindergarten hier im Dorf bietet nur 25 bzw. 35 Wochenstunden an, was keine Vollzeitarbeit zulässt.

Aufgrund dieser Zeiten ist man auch nicht besonders flexibel, was kleine Jobs hier in der Nähe (z.B. an der Kasse des örtlichen Supermarktes) angeht, von daher fiel auch diese Möglichkeit mehr oder weniger flach.

Was blieb, war die Überlegung, ob man nicht in Heimarbeit ein wenig Geld nebenher verdienen könne. Doch jeder, der sich mit diesem Thema bereits intensiv beschäftigt hat, weiß, dass es gar nicht so einfach ist, eine vernünftige Beschäftigung zu finden, die dann auch noch vergütet wird (in dieser Hinsicht hat man es viel leichter, wenn man vorher bei einem Arbeitgeber angestellt war, der bereit ist, den Arbeitsplatz als Telearbeit "auszulagern").
Oftmals findet man nur unseriöse Angebote, für die man in Vorkasse gehen soll (niemals annehmen!) oder "Traumangebote", welche sich als böse Geldwäscherfallen entpuppen und einen am Ende sogar vor Gericht bringen können.

Daher heißt es bei der Suche nach Heimarbeit: Augen immer offen halten und Angebote, die zu schön um wahr zu sein klingen, stets kritisch hinterfragen - sonst kommt am Ende ein ganz böses Erwachen auf einen zu.

Dass ich jetzt trotz dieser aussichtslosen Lage dennoch Geld verdiene, habe ich wirklich dem puren Zufall zu verdanken:

Bei meiner Internetrecherche nach einer lukrativen Heimarbeit stieß ich auf eine der Anzeigen, vor der ich euch eben gerade gewarnt habe. Es kam mir wirklich spanisch vor, dass eine scheinbar kinderleichte Arbeit 400€ im Monat plus Provision einbringen solle und dabei nur wenige Wochenstunden in Anspruch nehmen würde (insgesamt waren es wohl 4 Stunden pro Woche).

Daher habe ich einen Thread im Finanzforum von Urbia eröffnet, in welchem ich das Angebot näher vorgestellt habe und nachfragte, ob mir jemand nähere Infos dazu geben könne.
So erfuhr ich, dass es sich bei dieser Anzeige um eine fiese Falle handelte, von der ich besser die Finger lassen sollte (außer, wenn ich vor Gericht landen wollte). 
Das war ziemlich desillusionierend - ich musste wieder mal bei 0 anfangen.

Kurze Zeit später loggte ich wieder in der Community ein und hatte plötzlich eine Nachricht! Von der Chefin des Redaktionsbüros Textrovertiert
Was ich da las, eröffnete vollkommen neue Möglichkeiten - denn sie fragte mich, ob ich es mir nicht vorstellen könnte, in ihrem Auftrag Texte zu erstellen und damit mein Geld zu verdienen.

Da war ich erstmal ziemlich "baff" - man kann mit dem Verfassen von Texten (als ungelernte Kraft) tatsächlich Geld verdienen? Ich habe noch ein wenig mit ihr hin und her geschrieben, um all die vielen Fragen zu klären, die plötzlich in meinem Kopf herumgeisterten.
Am Ende war ich Feuer und Flamme für die Idee und habe mich sofort beworben :-)

Tja, und nun bin ich "freie Texterin" und logge mich jeden Tag in das Auftragsportal ein, um zu schauen, welche Angebote vorhanden sind, Aufträge anzunehmen und nachher abzugeben.

Zusätzlich habe ich einen weiteren Auftraggeber gefunden, der mich fleißig mit vielen vielen Textaufträgen versorgt - was auch der Grund dafür ist, dass ich zurzeit relativ wenig für Cookienelle schreibe.
Ein Text schreibt sich schließlich nicht einfach so - meist steckt eine Menge Recherche dahinter, bevor man auch nur das erste Wort schreibt.
Aber ich nehme das gerne in Kauf, weil diese Arbeit sehr viel Spaß macht und wahnsinnig abwechslungsreich ist - außerdem ist es ein tolles Gefühl, auf die monatliche Auftragsübersicht zu schauen und zu sehen, wie viel man bereits verdient hat ;-)

Desweiteren ist diese Arbeit ein guter Startpunkt, um irgendwann einmal, wenn man mehr Erfahrung gesammelt hat und das Tochterkind selbstständiger geworden ist, die ganze Sache etwas weiter auszubauen und vielleicht sogar einen richtigen Vollzeitjob daraus zu machen.

Aber was das Wichtigste ist: Ich liebe, was ich tue und empfinde große Zufriedenheit dabei! (Achja, dass man für diese Arbeit kein Auto braucht, keine Fahrzeit hat, keine Arbeitskleidung benötigt und keine großen Auslagen hat, dafür aber zeimlich flexibel ist - das sind die kleinen feinen Dinge, die diesen Job noch attraktiver machen.)

So, ich hoffe, ich konnte die Fragen ausführlich beantworten ;-)

3 comments:

  1. Wow. Vielen Dank, jetzt bin ich ein Stück schlauer. :o) Wusste gar nicht, dass man das auf diesem Wege machen kann.

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  2. Das ist ein Werdegang, der mir auch gefallen würde :)
    Und das allerallerwichtigste hast du auch schon selbst gesagt: Du liebst, was du tust und das ist doch auch die Hauptsache, ich freue mich für dich mit.
    Danke für den netten Einblick,
    sagt die Testmama

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