Tuesday, September 27, 2011

Schwangerschaftswehwehchen - so war es bei mir

Angeregt durch den Kommentar von der lieben LillydeTBSOL zu meinem gestrigen Artikel "Schwangerschaft und Geburt - wie war das eigentlich?" möchte ich euch heute von den großen und kleinen Zipperlein erzählen, die mich meine Schwangerschaft hindurch so plagten.

Und nein, liebe Schwägerschnegge, diese Gedanken haben keinen freudigen Hintergrund - Mausi bleibt erst mal ein Einzelkind.

Erstes Trimenon
Wo viele Schwangere von morgendlicher Übelkeit bis hin zum Erbrechen, spannenden Brüsten oder permanenter Müdigkeit geplagt werden, hat sich bei mir gar nichts davon eingestellt.
Mein einziges Problem bestand darin, dass ich meinen heißgeliebten Schokocappuccino morgens nicht mehr trinken konnte, da mir sein Geruch dann tatsächlich doch Übelkeit verursachte.
Das war wohl ein unmissverständliches Zeichen meines Körpers, von jetzt ab mehr auf meine Ernährung zu achten (denn solange, wie ich von nun an jeden Kaffeegeruch vermied, ging es mir prächtig).
Das Einzige, was mir richtig Probleme bereitet hat, war die hormonelle Umstellung - meine Gefühle und Gedanken spielten mit mir, wie man so schön sagt, Achterbahn und ich denke, mein Mann musste sich so einige Dinge anhören, die ich ihm im "Normalzustand" nicht an den Kopf knallen würde.
Ok, es hat weniger mir als ihm zu schaffen gemacht - aber er hat diese Phase bravourös gemeistert.

Zweites Trimenon
Wie in den meisten Schwangerschaften, verlief dieses Drittel ganz relaxt - der Bauch wuchs, der Hormonpegel relativierte sich ein wenig und ich blieb mobil.
Nachts kam es gehäuft zu leicht ziehenden Seitenschmerzen, die mich zuerst beunruhigten - aber ich wurde schnell beruhigt.
Diese Beschwerden sind ab dem zweiten Trimenon normal und gehen von den Mutterbändern aus. Diese halten die Gebärmutter in einer aufrechten Position und sind natürlich somit von deren Wachstum direkt betroffen. Die Kraft, die sich auf die beiden Bänder auswirkt, wird immer stärker, je mehr der Fötus heranwächst; ich selber habe dies als schmerzhaft empfunden, aber das muss nicht jeder Frau so gehen.
Bis zum Eintritt in das letzte Drittel verlief meine Schwangerschaft also problemlos und normal.

Drittes Trimenon
Waren die ersten Monate quasi ein Zuckerschlecken, so wurden die letzten zu meinem persönlichen Albtraum.
Nicht wegen eventueller Schwangerschaftsstreifen, die durch das Einreißen der gedehnten Haut entstehen.
Auch nicht wegen häufig auftretendem Sodbrennen, es ist zwar unangenehm, bleibt aber oft nicht aus (da der immer größer werdende Uterus auf den Magen drückt und somit die Magensäure nach oben gepresst wird) und ist schnell wieder vorbei.
Alle zwei Minuten auf die Toilette rennen (tagsüber und auch nachts), weil das Baby sich auf die Blase senkt? Macht zwar jede Shoppingtour außer Haus zu einem Spießrutenlauf, aber auch damit konnte ich leben.
Schwerer war es da schon, mit der Bronchitis, welche ich mir einfing, fertig zu werden, da ich dem Baby zuliebe schließlich keine starken Medikamente schlucken durfte. Ich sollte mindestens 12 Stunden am Stück im Bett verbringen und keine schweren Arbeiten erledigen, bis ich komplett auskuriert war.
Gut, solange man sich nicht noch um Geschwisterkinder kümmern muss, kann man sich das leisten - was aber wäre gewesen, wenn sie mein 2. Kind gewesen wäre und ich noch einen Bruder oder eine Schwester hätte versorgen müssen?
Aber auch dies überstand ich irgendwie.
Richtig mies war die Sache mit der Pilzinfektion, die mein geschwächtes Immunsystem genau in diesem Moment angriff und einen glorreichen Sieg errang - man, was für eine unangenehme Sache!
(Und wieder nur eine leichte Medikation möglich...)
Um mein (Un)Glück richtig perfekt zu machen, stellte sich in den Wochen kurz vor der Geburt ein aufdringlicher "Ganzkörperjuckreiz" ein - soll heißen, dass meine Haut 24 Stunden, 7 Tage die Woche an jeder Stelle unaufhörlich juckte.
Da es keine physischen Ursachen gab, linderte exzessives Scheuern den Reiz genau 0 - ganz im Gegenteil: ich schädigte meine Haut damit, da ich mich teilweise blutig kratzte!
Dieser Drang kommt nicht häufig vor, nur wenige Prozent der Schwangeren leiden darunter - angeblich wird er durch ein Hormon ausgelöst, welches erst mit der Geburt nicht mehr produziert wird.
Dann aber hört er schlagartig auf.
Was für ein schwacher "Trost" für die Betroffenen, die sich kaum Linderung verschaffen können und teilweise noch wochenlang damit ausharren müssen.

Ja, das letzte Drittel war ein echter Albtraum und diesen möchte ich, ehrlich gesagt, nie wieder durchleben.
Auch wenn das Ergebnis jede Qual wert war - es noch einmal darauf anlegen kommt für mich nicht in Frage.

2 comments:

  1. "Zitatanfang" Mausi bleibt erst mal ein Einzelkind. "Zitatende"
    Sind ja noch nicht ganz alle Hoffnungen verloren nochmal Tantchen zu werden ;)

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  2. Wow. Danke. :o) Interessant zu hören, wie anders es bei jedem verläuft..

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