Tuesday, July 12, 2011

Der erste Schnuppertag im KiGa

So, das war es dann also. 
Die ersten beiden Stunden im KiGa.
Der erste Schritt hinein in einen ganz neuen Lebensabschnitt.

Gemischte Gefühle. Wirre Gedanken. Zweifel. Sorge. Stolz. Freude. Ein bunter Cocktail aller bekannter Stimmungen - geschüttelt, nicht gerührt.

Die Sonne lachte. Jedes Kind hatte ein T-Shirt und kurze Hosen an. Röcke und Kleidchen flatterten im milden Windzug.
Mein Kind musste diese 2 Stunden aber mit langer Jeans und einem langärmligen Shirt (wenn auch recht dünn) ausharren und passte optisch in diesen "Kinderhaufen" wie ein Schneemann zu einer blumigen Sommerwiese.
Natürlich hatte Mama an Klamotten zum Wechseln gedacht - es könnte ja wer-weiß-was passieren. Leider waren die Ersatzsachen in demselben Stil gehalten - alles schön lang und kuschelig.
So.
ein. 
Mist.

Egal, Donnerstag schaut Mama eben 3x genauer hin, was das Wetter betrifft. Oder packt zur Not einen kompletten Koffer mit dem Inhalt des Kleiderschranks ein. Wird schon das Passende dabeisein.

Und, wie erging es nun meinem Kind?
Ganz klar, am Anfang nervös und scheu. Wie immer, in einer fremden Umgebung.
An Mama klammern. Gesichtchen verstecken. Ganz still und leise.
Nicht mein Kind.  
Wie meine Maus nun einmal ist, wenn sie die Leute nicht kennt.

Aber das legte sich. Immerhin sah man ja bald Jeremy (und er kommt auch in die Mäusegruppe, hurra), freundete sich mit der Rutsche an (Rutschen > alles andere) und entdeckte Bastelecken (ganz alleine die Schere ausprobieren dürfen, yay), unzählige Kästen mit Spielzeug und viele andere bunte Dinge.

Zwischendurch immer mal der "Mamacheck" - umschauen, ob Mami in Sichtweite ist ->gecheckt, weiterspielen -> gecheckt.

Alles in Allem also ganz normal.

Nur die Mama, die war heute ... durchwachsen :-(
Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich seit Tagen an starken Halsschmerzen und tierischem Husten leide (wirklich leide) und dementsprechend mies drauf bin.

Und dann die Frage: was soll ich jetzt tun?
Nur hinter der Maus hinterherrennen, sie anleiten, überwachen.
Nö, eigentlich lieber nicht - aber, was ist die Alternative?

Die anderen Mamas kennt man (noch) nicht und will sich nicht einfach in deren Gespräche "einklinken". Einige kamen sogar ein wenig "unnahbar" daher.
Nicht mein Ding. Auch ich brauche wohl etwas Zeit zum "warmlaufen".

Also doch Madeleine im Auge behalten. Ein wenig hinterhertapern.
Kam nicht gut an :-(
Vielleicht kam es mir auch nur so vor - doch ich glaube, für die KiGa-Leiterin habe ich jetzt schon mal die gedankliche Notiz "Gluckenmama" verpasst bekommen.
Heute ehrlich gesagt ganz zu Recht.

Kann mich mal wer in den Hintern beißen, ich komme da nicht heran?!

Beispiel:
Madeleine sitzt nicht ordentlich auf dem Stuhl, sondern mit untergeschlagenen Beinen und fängt an zu kippeln; fällt fast mitsamt dem Stuhl nach hinten um.
Ich beuge mich zu ihr herunter und bitte sie, sich ordentlich (auf den Po) zu setzen.
Einfach, weil im am ersten Tag noch keine negativen Erfahrungen für sie wollte und weil wir zu Hause auch darum bitten, sich vernünftig hinzusetzen (aber unsere Stühle sind ja auch größer .. da täte ein Unfall mehr weh).
Die Leiterin bekommt das mit und klärt mich (ganz ruhig und sachlich) darüber auf, dass kleine Kinder, die mit den Füßen noch nicht auf den Boden kommen, oft so sitzen, weil sie da mehr Sicherheit haben.
Args. Stammeln. Erklärungsversuche. 
Reaktion? Ein wissendes Lächeln.
Peinlich.
Mausi fällt zu Hause oft genug hin oder rennt irgendwo vor. Da gewöhnt man sich dran. Da bleibt man die Ruhe selbst.
Aber unter einer Horde weiblicher Augen (Mutteraugen!!) verhält man sich einfach anders. Gezwungener.
Komisch. Warum lege ich auf die Meinung fremder Menschen so viel wert, warum bleibe ich nicht einfach ganz ruhig und mir selber treu?

Hat mich die Leiterin doch tatsächlich noch gefragt, ob Madeleine Zeiten ohne mich schon kennt.
Hallo? :-(
Zu Hause beschäftigt sie sich auch mal alleine, wenn wir zu Familienfeiern bei Cousin und Cousine sind, sehe ich meine Kurze kaum  ... und wehe, wir sind bei Oma und Opa.
Da kennt mich mein Kind nur noch vom Namen her.
Klar kennt sie Zeiten ohne mich.
Klar sind Übernachtungen ohne Mama und Papa ohne Weiteres möglich.

Aber heute war eben ein spezieller Tag. Neu. Aufregend. Vielleicht auch ein bisschen unheimlich. Da wird der "Stützpfosten Mama" noch gebraucht.
Das wird sich legen.

Und auch Mama wird sich irgendwann sicherer Verhalten. Wenn sie mehr von den anderen Mamis kennt. Wenn auch für sie die Umgebung nicht mehr neu ist.
Doch heute ... heute bildeten Mutter und Tochter gemeinsam ein Gespann, um sich gegenseitig Halt und Stärke in einer gänzlich unbekannten Situation zu geben.

Daher musste ich, als einzige Mama, beim Stuhlkreis meine Maus auf den Schoß nehmen, während alle anderen Kids ganz still auf ihren Stühlen saßen und der KiGa-Leiterin zuhörten.
Stillsitzen findet meine Kleine sowieso generell eher unspannend.
Und wenn dann noch dabei geredet wird ... gääääähhhhn.
Wenigstens durfte Mama nach 5 Minuten wieder zu den anderen Müttern, während Madeleine sich doch erbarmte, alleine im Stuhlkreis zu sitzen.
Das Fingerspiel mit um die Mäusefamilie fand sie sehr spannend, die Geschichte hingegen nicht. Und wenn etwas nicht interessant ist, steht man auf und will mit den vielen hübschen Sachen spielen, die da herumliegen.
Schwitz. 

Erst, als dann Musik ins Spiel kam (bei der man sich sogar bewegen durfte), wurde die ganze Sache wieder toll.
Weil Musik toll ist. Weil Singen Spaß macht. Weil Tanzen das A und O ist.
Aufatmen.

Und schon waren die 2 Stunden um.

Gemischte Gefühle. Wirre Gedanken. Zweifel. Sorge. Stolz. Freude. Ein bunter Cocktail aller bekannter Stimmungen - geschüttelt, nicht gerührt.

0 comments:

Post a Comment

 

Cookienelle Template by Ipietoon Cute Blog Design and Homestay Bukit Gambang

Blogger Templates