Saturday, July 30, 2011

20 Minuten...

...sind manchmal genug, um dich emotional durcheinander zu wirbeln.

Mausi und ich sitzen vorgestern (am 29.07. stand da das "vor" da noch nicht .. aber mitten im Schreiben bekam ich einen Anruf von meinem Mann, der mich den Rest des Nachmittags beschäftigt hat .. danke Hase >.> .. als ob die Männer ein Gespür dafür hätten =P ) Abend am Küchentisch und essen schon (lecker: Filet im Speckmantel mit Sauce Hollandaise und Kroketten), da hören wir den Herrn des Hauses (haha) den Papa bzw. Ehemann am Türschloss herumwerken und ganz laut "Nein, du darfst hier nicht rein." sagen.

Hä? Wer darf nicht zu uns?

Schnell durch den Flur geflitzt und aufgemacht und somit die Pläne des Männchens typisch weiblich-fies durchkreuzt.
Und wer kam da durch die offene Tür geflitzt - schwarz, pelzig und auf 4 Beinen? Ein Hund (Marke: Hüfthoch, also keine Trethupe).

Ratlose Blicke.
Wem gehört der? Ist es überhaupt ein er? Oder eine sie? Wo ist das Herrchen? oder Frauchen?

Während wir noch verwirrt am diskutieren sind, hat Hundi es sich bereits in der Küche bequem gemacht und ließ sich vom Töchterchen verwöhnen - streicheln, kuscheln, küssen und füttern.
Ähm ja, füttern.
Ich denke mal, der Geruch nach leckerem Filet und Speck dürfte der Hauptgrund gewesen sein, warum ausgerechnet wir "auserwählt" worden waren.
Und so landeten Fleisch und Kroketten (!) Stück für Stück bei einem sehr dankbaren Abnehmer.
In der Hinsicht ist meine Tochter ja sehr solidarisch eingestellt - egal, wie gut es ihr schmeckt - ein Tier füttern macht zehnmal mehr Spaß als selber essen.

Selber essen macht ja auch dick. Also so what. @.@ Kostet ja heutzutage nichts mehr, so ein gutes Stück Fleisch. Haha.
Andererseits, was weiß meine 3-jährige Tochter schon von Geld, Hauptsache -> tierlieb. Passt schon :-)

Dennoch erkennen wir an dem gepflegten Fell und dem Halsband (keine Hundemarke ... Chip? keine Ahnung, die Ausrüstung, um sowas zu überprüfen liegt in normalen Haushalten nicht mal eben mit in der Besteckschublade), dass es irgendwo ein Frauchen oder Herrchen geben muss, die/der seinen Liebling gerade ganz doll vermisst.

Allerdings fruchtet auch eine Hoffahndung nichts, da dieser vollkommen menschenleer ist.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer bietet die Nachbarin, welche meint, den Hund eventuell schon einmal gesehen zu haben und anbietet, sie (aha, ein Weibchen) zurückzubringen.
Leider wird daraus nichts, da es draußen donnert (Gewitter im Anzug, hurra) und die süße Hundedame ganz große Angst davor hat.
Da ist es bei uns in der Wohnung schon ruhiger und gemütlicher.

So tingelt unsere Nachbarin alleine los, um nachzufragen und wir knuddeln, streicheln und herzen, was das Zeug hält.

Schon bald darauf klingelt es jedoch und Herrchen steht vor der Tür, um Luna (aha, so heißt sie also) abzuholen.

Meiner Tochter bricht es das Herz, sie klammert sich an mich und schreit "Nein!" :-( *schluchz* 
Der gute Mann ist erschrocken und fragt: "Hat sie jetzt Angst?"
"Nein, eher das Gegenteil, sie möchte sie nicht mehr hergeben!"

Jeder Versuch zu erklären, dass Luna zu ihrer Familie gehört und diese sehr traurig wäre, wenn ihr Hund nicht mehr da wäre, fruchten nicht - mein Kind ist tieftraurig.
Ja, so ein geduldiger Schmusehund ist schon etwas anderes als unsere freiheitsliebende Katze, die nicht alles mit sich machen lässt und lieber abhaut, als geknuddelt und gebusselt zu werden.

Auch mein Mann steht nachdenklich und geistig abwesend am Türrahmen und schaut noch lange der längst verschwundenen Luna hinterher.
Auf die Frage, wo er gerade gedanklich war, kommt nur ein ausweichendes: "Och, einfach irgendwie weggetreten.."

Ach, meine Süßen - ich verstehe das ja. Ich bin doch auch mit Haustieren aufgewachsen. Aber gerade deshalb kommt mir kein Tier mehr ins Haus.

So viel Verantwortung, bei Wind und Wetter mehrmals am Tag ganz lange Gassi gehen, Tierarztkosten, keine spontanen "Wir fahren mal über Nacht oder das ganze Wochenende weg"-Einfälle und das unausweichliche Trauern, wenn der Hund über die Regenbogenbrücke gehen muss.

Und an wem würde das Meiste von der Verantwortung und dem Kümmern "hängen" bleiben?
Hmm, lasst mal überlegen:
- meine Tochter wird gerade mal 3 Jahre alt
- mein Mann ist zurzeit 6 Tage die Woche von 7.00Uhr - open end außer Haus
- ich bin zurzeit (noch) Hausfrau und Mutter
Die Antwort kann sich jeder denken.

Und dazu bin ich nicht bereit. Ich sage es offen und ehrlich - so wundervoll ein Hund auch ist, es würde mich überfordern und ich habe darauf keine Lust.
Diese Einstellung wäre dem Tier gegenüber unfair.
Denn so ein Wesen möchte nur eine Familie finden, welche es bedingungslos liebt und alles dafür tut, dass es dem neuen Familienmitglied gut geht.

Ich fühle mich einerseits schlecht - aber andererseits ist diese Einschätzung einfach realistisch.

Ja, auch ich liebe Hunde - und zwar genug, um sagen zu können, dass es zurzeit nicht passt.

Doch wir Alle wissen - Zeiten ändern sich auch ;-)

1 comments:

  1. Verfolge dich, würde mich freuen wenn du mich auch verfolgst.

    Liebe Grüße
    Marcel
    http://marcelsprodukttests.blogspot.com/

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