Saturday, May 28, 2011

Okonomiyaki, aber bitte "europäisch"


*****Update*****
Zwar ist die Sache um Japan noch nicht vorbei (wird es das jemals?), aber es ändert nichts an der Tatsache, dass das Leben hier ganz normal weitergeht.
Darum werde ich mein gewohntes Posten wieder aufnehmen und einfach diese Nachricht vor jeden Beitrag schalten - mit den 3 relevanten Links, die jeder anklicken darf, der etwas für die Menschen tun will, die es im Moment so schlecht getroffen haben.


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Mal von den Schlagzeilen der letzten Zeit abgesehen war Japan schon vorher "in aller Munde". Japan war Trend.
Wo es in meiner Kindheit vereinzelt Serien (Anime) aus dem Land der aufgehenden Sonne auf die Mattscheibe schafften (Queen Millenia, Heidi, Saber Rider..), wurden es in meiner Teenagerzeit immer mehr (Sailor Moon ist wohl jedem ein Begriff).
Und heute, in meinen Zwanzigern, sind Anime so fest im Fernsehprogramm etabliert wie ein guter Rotwein zu einem deftigen Steak.
Manga?
Früher ein Fremdwort, heute sogar am billigsten Bahnhofskiosk zu sehen.
Mädchen finden es schick, einen "asiatisch angehauchten" Freund zu haben - wer in der Mittel- bis Oberstufe "exotisch" daherkommt hat quasi die freie Auswahl.
Hello Kitty Style, Gothic Lolitas und Cosplayer kommen uns auf der Straße entgegen; ganz alltäglich.
Man bereitet sich nicht mehr die klassische Brotdose zu, sondern (ganz modern) ein Bento.
War Stricken und Nähen früher "so altmodisch", ist es heute total trendy, wenn Mädels zur Nadel greifen und sich kleine Amigurumi stricken/häkeln.
Kitschig, grell, farbig, modern - so kommt die "neue Welle" daher.

Es ist daher mehr als nur konsequent, wenn auch unser alltägliches Essen immer mehr dem Trend "Japan" verfällt.
Viel Gemüse, Reis, exotische Saucen und Gewürze - ganz neue Geschmacksrichtungen.
Es gefällt.

Ich empfinde den "Japan-Trend" als belebend und bereichernd, daher springe ich gerne ab und an auf den fahrenden Zug auf und koche "mal anders".
Ok, ich gebe zu - ich bleibe dabei immer ein Stück weit "europäisch". Hier auf dem Dorf gibt es nunmal keinen kleinen Asialaden "um die Ecke", welcher mich mit Natto (urgs, das würde ich, ehrlich gesagt, nicht probieren), Anko, Matcha, Katsuobushi, Mochi, Nori oder anderen "exotischen" Zutaten versorgt.

Darum gibt es bei uns eben Okonomiyaki oder auch mal Oyakodon, aber immer mit dem gewissen "Hauch von Europa".

Heute stelle ich euch also Okonomiyaki vor - eine Art Pfannkuchen. Das Rezept habe ich mir, einfachheitshalber, mal wieder bei Chefkoch.de gesucht. Hier entlang bitte.
Aber auch auf der Seite Nekobento.com (keine Sorge, ist auf Deutsch), kann man dort zwei verschiedene Rezepte für Okonomiyaki finden - die gesamte Seite ist übrigens hochinteressant; beschäftigt sich zwar hauptsächlich mit dem Thema "Bento", aber man findet ganz viele tolle Sachen, die man auch mal so nachkochen kann.

Okonomiyaki

Zutaten:
- ein halber Weißkohl
- 300g Mehl
- 210ml Wasser
- 2 Eier
- Alles, was man gerne essen möchte! (ich benutze immer eine Paprika, ein paar Frühlingszwiebeln, eine Scheibe Leberkäs)

Zubereitung:
Mehl, Wasser und Eier in einer Schüssel zu einem zähen Teig verrühren.
Den Weißkohl ganz fein schneiden und mit dem Teig vermischen.
So, an dieser Stelle der erste Einschub:
Im Originalrezept wird von einem ganzen Weißkohl gesprochen - je nach Größe empfinde ich dies aber als zuviel. Wir bekommen hier selten Köpfe, die weniger als 2 Kilo wiegen - von daher verarbeite ich nur einen halben Kopf und selbst das ist teilweise echt zuviel.
Wieviel man nutzt, sollte man also nach Erfahrung entscheiden - es kommt auf jeden Fall soviel in den Teig, dass man nachher nur noch wenig von der Teigmasse sieht und das Ganze hauptsächlich aus dem Kohl und den restlichen Zutaten zu bestehen scheint.

Jetzt kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen und Alles reinschnippeln, worauf man Lust hat - ich verwende meist frische Paprika, Frühlingszwiebeln und Leberkäs.
Denkbar sind aber auch Möhrenstreifen, Rotkohl, Pilze, dünn geschnittenes Fleisch und und und und ... es gibt kaum Grenzen.
Wenn man Alles vermengt hat, gießt man ein wenig Öl in eine Pfanne und lässt dieses heiß werden. Dann sticht man mit 2 Esslöffeln eine gute Portion vom Teig ab und lässt sie in die Pfanne gleiten.
Flach drücken und von beiden Seiten braun anbraten.
Zweiter Einschub:
Ich habe gelesen, dass man die Extrazutaten manchmal nicht direkt in den Teig rührt, sondern sie, nachdem der Teigfladen in der Pfanne ist und von untern schon anbrät, obern drauflegt, andrückt und nach dem Wenden mitbrät.
Anfangs habe ich es auch so gehandhabt - aber es ist eine ziemliche Fummelei ;-)
Serviert werden die Okonomiyaki in Japan oft mit Mayonnaise, japanischer Worcestershiresauce und Katsuobushi.
Ich halte es einfacher:
Es wird eine Sauce aus 6 EL Ketchup, einem TL Senf, einem EL Worcestershiresauce und einem TL Sojasauce gemischt. Diese wird nach persönlichem Geschmack abgeschmeckt (mehr Ketchup, mehr Senf oder weniger Soja...) und frisch auf die gebratenen Okonomiyaki gestrichen.

Ein sehr leckeres Essen :-) Viel Spaß beim Nachkochen und Experimentieren!

(Nun habe ich den Mai ja doch nicht mit dem Käsekuchenrezept abschließen müssen - bin stolz auf mich ^.^ )

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