Thursday, February 17, 2011

Aus Pannen lernen...

... oder, "Wie rette ich meine Hobbybäckerehre, wenn ein Kuchen total in die Grütze gegangen ist?"

Es fing alles mit einer großen Euphorie an - kurz, nachdem ich "den perfekten Brownie" für mich gefunden und gebacken hatte.
Das Rezept für diese Leckerei hatte ich ja bekanntermaßen von Palachinka, einem echt tollen Foodblog.
Ich muss mir nur die Bilder der ganzen Köstlichkeiten ansehen, da läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen und es juckt mir in den Fingern, dies und das und jenes nachzubacken.
Da ich, wie erwähnt, vom Erfolg der Brownies regelrecht "high" war, dachte ich mir, es könne ja nicht schaden, noch ein Rezept nachzubacken.

Ausgesucht hatte ich mir das Folgende: Milk Cake   .. sagt nicht, dass das Foto nicht Lust auf ein Stückchen macht!

Der Kuchen an sich besteht auf 6 Lagen (bzw. 3 Lagen, aber zweimal gestapelt) - Schokobiskuit, eine Art weißer Schokoladen-Milchpuddingcreme und einem Schokotopping.
Ein Traum von Kuchen, wenn man sich das Bild anschaut - und wenn er gelingt.

Leider war das dieses Mal nicht der Fall *schluchz* Das lag aber weniger am Rezept, als an mir. Tja, was ist denn nun schief gelaufen?
Eigentlich war der Anfang vielversprechend - der Biskuit war gut, ließ sich halbieren; die Puddingcreme sah lecker aus und das Topping war schön zart und glänzend.
Bis hierhin war eigentlich Alles perfekt, 6 Lagen, die sich freundschaftlich im Tortenring vereinten.
Da mir das Ganze sehr "wabbelig" vorkam, beschloss ich, es über Nacht in den Kühlschrank zu packen, damit die Puddingcreme schön fest werden könnte.
Ah ja, am nächsten Morgen dann die "wunderbare" Überraschung:
Oh. Mein. Gott.
Irgendwie hat sich wohl der Zucker aus dem Topping über Nacht kristallisiert - oder ist die Butter zu Tage getreten? Ich weiß es nicht genau - ich weiß nur, dass es schrecklich aussieht und man sowas niemandem servieren möchte :-(
Der nächste Schreck kam gleich beim Anschneiden:

Die Puddingcreme ist genau 0 fest geworden und quetschte sich beim Anschneiden nach draussen :-(( Was für ein Anblick ...
Mutig haben wir (die gesamte Familie) nachmittags bzw. abends dennoch ein Stück probiert, denn schlecht aussehend ist ja nicht gleichbedeutend mit schlecht schmeckend.
Wir waren ein wenig enttäuscht.
Obwohl die einzelnen Komponenten für sich ok waren, ergab alles zusammen kein stimmiges Bild; insgesamt wurde es im Mund einfach viel zu süß.
Da würde ich die Schuld hauptsächlich auf das Topping schieben, denn Schokolade mit Butter zu Schmelzen und dann auch noch Zucker beizugeben ... nya, klingt eher sehr "amerikanisch" ;-)

Ich gestehe, ich war schon ziemlich enttäuscht und auch traurig, denn das Meiste landete somit im Müll - und ich habe es gar nicht gerne, wenn ich Zutaten auf diese Weise verschwende.
Ausserdem hinterlässt es ein blödes Gefühl, eine Art angekratztes Ego. Dies lässt man ungern "auf sich sitzen".

Daher habe ich beschlossen, dass mir das Puddingcremerezept in Zukunft als Basis für hausgemachten Pudding dienen darf, wenn ich Lust habe, mal nicht auf das wohlbekannte Tütchen zurückzugreifen (denn die Creme für sich allein gegessen hat gerade meiner kleinen Maus sehr gut gemundet).
Desweiteren wollte ich mit dieser Komponente direkt einen neuen Kuchen backen - auch ein bisschen, um "die Scharte auszuwetzen".

Lange überlegen musste ich nicht; mir kam spontan die Idee, einen einfachen Rührkuchen (wie den hier, nur ohne Ingwer) zu machen, diesen mit Schokochips zu garnieren und die Puddingcreme darüber fließen zu lassen.
Und damit das Ganze nicht einfach nur schoko-süß wird, wollte ich noch ein paar Kirschen dazugeben.
Wie nennt man den Kuchen denn jetzt? Rührkuchen mit Schokopuddingcreme, Schokochips und Kirschen?
Nee, moment mal! Ich nenne ihn "Phönixkuchen", weil er wie Phönix aus der Asche (Panne) emporgestiegen und neu geboren worden (gelungen) ist.
Drama Drama Drama, Baby.
Ok, ich übertreibe eben gerne - damit müsst ihr leben =P

Phönixkuchen

Zutaten (Rührteig)

- 250g Mehl
- 250g Butter
- 250g Zucker
- ein TL Backpulver
- 5 Eier
- 3 EL Rum


Zutaten (Puddingcreme)
- 600ml Milch
- 70g Stärke
- 2 EL Zucker
- 75g weiße Schoki
- 170g Margarine oder Butter
- 100g Puderzucker

Zutaten (zusätzlich):
- ein Glas Kirschen, abgetropft
- eine Packung Schokochips

Zubereitung:
Ein tiefes Blech fetten und mehlen. Ofen auf 150° (Umluft) vorheizen.
Die weiße Schokolade mit 500ml Milch in einen Topf geben und auf niedriger Hitze sanft erwärmen - immer wieder umrühren, damit die Schoki sich in der Milch gut auflöst.
Stärke und Zucker mit 100ml Milch in einer seperaten Schüssel vermischen und gut verrühren, so dass keine Klümpchen mehr zu erkennen sind.
Die Butter und den Zucker (aus der Zutatenliste für den Rührteig) miteinander schaumig schlagen; Mehl mit Backpulver seperat mischen.
Einzeln die Eier in das Butter-Zucker-Gemisch einrühren.
Mehl-Backpulver-Mischung mit einem Handrührgerät zu der Masse geben und gut verrühren, so dass ein glatter Teig entsteht.
Jetzt den Rum unterrühren (bei Haushalten, die für Kinder backen und es ganz genau nehmen, kann man zB auch Vanille nehmen .. dennoch ist der Rum nicht schlimm, denn der Alkohol verfliegt beim Backen).
Den Teig mit einem Spachtel im Blech verteilen.
Schokochips darüber streuen und beiseite stellen.
Margarine/Butter (aus der Zutatenliste für die Creme) mit Puderzucker in einer Schüssel cremig schlagen.
Sobald sich die weiße Schoki in der Milch aufgelöst hat, kann das Stärkegemisch in die Milch gegeben werden; Hitzezufuhr erhöhen und die Masse unter ständigem Umrühren eindicken lassen.
Wenn sie die Konsistenz eines Puddings erreicht hat, direkt vom Herd entfernen und in die Schüssel mit der Butter-Puderzucker-Masse geben.
Alles mit gut miteinander verrühren, bis die Creme eine homogene Masse ist.
Den Pudding nun über den Kuchen verteilen und zügig verteilen.
Kirschen hinzufügen.
Und ab in den Ofen. Für ca 30-35 Minuten. Im Zweifelsfall immer eine Stäbchenprobe machen ;-)
Und ja, dieser Kuchen war dann wieder mehr als zufriedenstellend.
Ehre gerettet :-D

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